Was lese ich da?

Wenn man weiß, um welche Art von Literatur es sich bei einem Buch handelt, kann man viele Missverständnisse vermeiden.

Hier ein einfaches Beispiel: Wenn Paulus sagt, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, dann ist das für einen Christen eine unverhandelbare Wahrheit. Wenn aber Jesus selbst erzählt, dass ein Mann von Damaskus nach Jerusalem unterwegs war, muss diese Geschichte nicht wörtlich so geschehen sein, um wahr zu sein — denn Jesus hat uns vorher gesagt, dass er ein Gleichnis erzählt. Dieselbe Kategorie, “etwas, das Jesus gesagt hat”, aber zwei ganz unterschiedliche Wahrheitsansprüche, weil die Gattung eine andere ist.

Auch die Offenbarung gibt uns keine einfache Antwort, denn das Buch besteht eigentlich gleichzeitig aus drei Gattungen:

  • ein Brief - was darin geschrieben steht, muss für die ersten Leser anwendbar gewesen sein, was den Stoff in den Kapiteln 4-20 mit einschließt, nicht nur 1-3
  • eine Prophezeiung - deren Zweck nicht ist, die Zukunft vorherzusagen, sondern eine Veränderung zu bewirken, die die angekündigte Zukunft verhindert, wie in der Geschichte von Jona
  • eine Apokalypse - nicht das, was die meisten Leute unter diesem Wort verstehen, sondern eine Gattung provokativer Widerstandsliteratur

Details

Wie lese ich die Offenbarung?Wörtlich oder symbolisch?Präterismus, Historismus, Futurismus oder Idealismus?Voller biblischer QuerverweiseLiterarische Mittel in der Offenbarung
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