Der Auszug aus Ägypten: Die Vorgeschichte

Lesezeit: 2 Minuten

Als Israel zum ersten Mal nach Ägypten kam, wurde es willkommen geheißen. Als wir das nächste Mal von ihnen lesen, sind sie Sklaven. Was war in der Zwischenzeit geschehen?

Alles begann mit den Hyksos

Die Geschichte beginnt mit den Hyksos (wörtlich „Herrscher aus einem anderen Land“), einer Gruppe, die an Einfluss gewann, als sich immer mehr asiatische Stämme — hauptsächlich aus Kanaan — mit der ägyptischen Bevölkerung vermischten. Ihre Präsenz wuchs stetig, bis sie um 1720 v. Chr. die volle Kontrolle über das östliche Nildelta hatten und sogar eine eigene Hauptstadt besaßen: Avaris.

Von dort aus expandierten sie nach Süden, und 1674 v. Chr. eroberten sie Memphis, die frühere ägyptische Hauptstadt. Damit bildeten die Hyksos die 15. und 16. Dynastie Ägyptens, und unter ihrer Herrschaft konnten Semiten wie Josef zu hohen Ämtern aufsteigen.

Nie wieder

Die Hyksos wurden schließlich um 1550 v. Chr. besiegt, und Ägypten war entschlossen, eine zweite Machtübernahme durch ein Hyksos-Volk niemals wieder zuzulassen. Genau diese Entschlossenheit trieb den Pharao dazu, die Israeliten klein und schwach zu halten.

Mehrere Details legen nahe, dass Josef selbst zur Zeit der Hyksos lebte:

  • Das Land Goschen im Nordwesten Ägyptens lag in der Nähe des Palastes, als Josef dort war.
  • Israel wurde später gezwungen, die Städte Pitom und Ramses zu bauen, höchstwahrscheinlich unter Ramses II., der den Nordosten wieder aufbaute — genau die Region, aus der die Israeliten schließlich auszogen.
  • Ramses’ Vater, Sethos I., baute einen Sommerpalast in der Nähe von Avaris, der früheren Hauptstadt der Hyksos. Auch dieses Detail erklärt, wie Mose so schnell von der Prinzessin gefunden werden konnte: Der Palast lag noch immer nahe bei Goschen.

Quellen