Gericht im Buch Offenbarung
Die Offenbarung ist voller Beschreibungen von Gericht, und auf den ersten Blick kann es so wirken, als bestehe der ganze Sinn darin, Ungläubige durch Angst zur Umkehr zu bewegen. Dieser Eindruck erweist sich jedoch bei genauerem Hinsehen fast durchweg als falsch.
Einige verbreitete Missverständnisse über das Gericht
Die folgende Tabelle stellt vier weitverbreitete Annahmen über das Gericht in der Offenbarung dem gegenüber, was der Text tatsächlich hergibt.
| Annahme | Wirklichkeit |
|---|---|
| Das Buch richtet sich an Ungläubige, um sie zur Umkehr zu bringen. | Nein — es richtet sich an die Gemeinde(n), damit Gläubige sich stärker engagieren. |
| Es soll Angst erzeugen und Menschen erschrecken. | Nein. Angst und Manipulation sind keine Eigenschaften der Gemeinde; sie werden im ganzen Buch stattdessen als Eigenschaften des Tieres dargestellt. Die Gemeinde und dieses Buch wirken stattdessen durch Anbetung, Zeugnis, Standhaftigkeit und Gebet. Auch hier gilt: Das Buch richtet sich an die Gemeinde, nicht an Außenstehende. |
| Der einzige Zweck des Gerichts ist Bestrafung. | Nein. Gerichtsszenen werden benutzt, um den Teufel zu entlarven, um falsche Sicherheiten zu erschüttern, und um Menschen zu einer klaren Entscheidung herauszufordern. Bestrafung gehört sicherlich zum Bild dazu, aber nicht so, wie die meisten annehmen — siehe das Thema Himmel und Hölle. Auch ist in vielen Fällen gar nicht Gott die Ursache des Leidens, sondern Dämonen oder der Teufel. Schon im Alten Testament sind Segen und Fluch als erzieherisches Mittel angelegt: „Wenn ihr trotzdem nicht auf mich hört.” |
| Das Gericht ist das Hauptthema der Offenbarung. | Das ist es nicht. Das Hauptthema ist die Anbetung, verbunden mit Zeugnis und Bezeugung. |