Wer hat wirklich das Sagen?

Lesezeit: 5 Minuten

Wer hat wirklich das Sagen?

Die Welt, in die hinein die Offenbarung geschrieben wurde

Geschichte zum Vorlesen: Der Kaiser, der ein Gott sein wollte (Hintergrund)
Bibel: Offenbarung 1:9

1. Das Klatschspiel

Probieren wir etwas aus. Jedes Mal, wenn ich die Hand hebe, stehen alle auf, klatschen und rufen: „Du bist der Größte!" Wer nicht mitmacht, setzt die nächste Runde aus.

(Zwei, drei Runden spielen, dann abbrechen und fragen:)

  • Wie hat sich das beim dritten Mal angefühlt?
  • War es fair, dass jemand aussetzen musste?
  • Und wenn du das jeden Tag deines Lebens tun müsstest — auch an Tagen, an denen du es nicht ernst meinst?

Halte dieses Gefühl fest. Genau damit — nur völlig ernst gemeint — fängt die Offenbarung an.

2. Ein König, der ein Gott sein wollte

Als die Offenbarung geschrieben wurde, gehörte fast die ganze bekannte Welt einem Reich: Rom. An der Spitze stand ein Mann, der Kaiser.

Seine Botschaft war einfach: Ich gebe euch Sicherheit. Ich gebe euch genug zu essen. Ich gebe euch Frieden. Dafür verlange ich nur, dass alle mich als den Größten behandeln — fast wie einen Gott.

Man sah es überall. Sein Gesicht war auf jeder Münze. Auf den Marktplätzen standen riesige Statuen. Bei Festen hob jeder den Becher und pries ihn. Wer sich weigerte, fiel sofort auf — und aufzufallen konnte richtig gefährlich werden.

3. Das Problem für die Christen

Die Christen sahen das alles und dachten: Moment mal. Wir haben schon einen König, und er heißt Jesus. Sicherheit, Essen, ein gutes Leben — das kommt von Gott, nicht vom Kaiser.

Also konnten sie beim Rufen nicht ehrlich mitmachen. Und das machte das Leben schwer, denn es war keine einmalige Entscheidung. Sie kam immer wieder: bei der Arbeit, auf Festen, auf dem Markt.

4. Johannes, der Nein sagte

Der Mann, der die Offenbarung schrieb, hieß Johannes. Er sagt uns selbst, was passierte: Er machte nicht mit, und man brachte ihn auf eine kleine, einsame Insel namens Patmos.

Und dort, abgeschnitten von allen, zeigte Gott ihm etwas Gewaltiges — dass Jesus lebt und wirklich regiert, mehr als je ein Kaiser es könnte. Alles, was Johannes danach schrieb, sollte ganz normalen Christen Mut machen, bei Jesus zu bleiben, was immer es kostete.

5. Wer ist unser Kaiser?

Heute muss sich niemand mehr vor einer Statue verbeugen. Aber die Frage dahinter ist geblieben: Wen willst du am liebsten zufriedenstellen?

  • Ist es wichtiger, dass andere dich cool finden, oder dass du das Richtige tust?
  • Fühlst du dich mit deinem Handy sicherer als mit Gott?
  • Hast du schon mal bei etwas mitgemacht, von dem du wusstest, dass es falsch ist — nur um dazuzugehören?

Das sind die Kaiser unserer Zeit. Sie tragen keine Kronen, und genau deshalb übersieht man sie so leicht.

6. Niemand entscheidet sich auf einmal

Das ist der Teil, den man sich merken sollte. Niemand wacht morgens auf und beschließt, Jesus hinter sich zu lassen. Es passiert in kleinen Schritten — eine Ausrede hier, ein bisschen Mitmachen dort, einmal lieber nichts sagen — bis man eines Tages aufschaut und etwas anderes ist längst der Chef.

Deshalb zeigt die Offenbarung dasselbe Bild immer wieder. Sie will uns helfen, es zu merken, bevor wir abdriften.

7. Die gute Nachricht

Wir müssen uns nicht verstecken, und wir müssen uns unsere Zugehörigkeit nicht erkaufen. Jesus ist schon jetzt der wahre König — stärker als jeder Kaiser, jeder Trend, jede Gruppe. Er lädt uns ein, ehrlich zu ihm zu gehören, offen und sichtbar.

Merkvers: „Niemand kann zwei Herren dienen." (Matthäus 6,24)

Schau selbst hin

Zwei stille Minuten. Niemand muss etwas laut sagen.

Stell dir den Raum vor, in dem dieser Brief zum ersten Mal vorgelesen wurde. Es ist das Haus von irgendjemandem. Es ist Abend und die Lampen brennen, weil es am Tag nicht sicher ist, sich zu treffen.

Schau dir die Gesichter an. Manche haben deswegen ihre Arbeit verloren. Eines gehört einem Kind in deinem Alter.

Jetzt wird die Rolle geöffnet und der erste Satz vorgelesen: „Gnade sei mit euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt."

Sieh zu, wie sich die Gesichter verändern.

8. Gebet

Jesus, danke, dass du der wirkliche König bist — stärker als alles, was uns Angst macht, und als alle, denen wir gefallen wollen. Hilf uns, ehrlich zu dir zu gehören, auch wenn es etwas kostet. Zeig uns, wenn wir heimlich etwas anderem mehr vertrauen. Amen.

Anhang: Ideen für die Leitung

Einstiegsspiel: Das Klatschspiel von oben. Lass es gerade so lange laufen, bis es nervt — der Punkt kommt an, wenn die Kinder den Druck spüren, nicht wenn man ihn erklärt.

Bastelidee: Jedes Kind malt eine Krone. Auf die eine Seite schreibt oder malt es, was in seiner Woche manchmal wie ein Kaiser wirkt — Handy, Freunde, lustig sein, gewinnen. Auf die andere Seite „Jesus". Frag, welche Krone größer sein soll.

Fragen:

  1. Wann ist es am schwersten, Nein zu sagen, während alle anderen Ja sagen?
  2. Was würdest du tun, wenn jemand dich auslacht, weil du an Jesus glaubst?
  3. Was ist dir manchmal wichtiger als Jesus, obwohl du es lieber anders hättest?

Liedvorschläge: Ein Lied, das Jesus König nennt; ein Bewegungslied über Mut.

Vorbereitungshinweis: Diese Einheit legt die Grundlage für die ganze Reihe. Wenn die Kinder nur eine Sache mitnehmen, dann die Frage „Wer hat wirklich das Sagen?" — jede spätere Einheit beantwortet sie neu.