Die sieben Briefe

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Die sieben Briefe

Offenbarung 2–3

Geschichte zum Vorlesen: Sieben Briefe an sieben Teams (Kapitel 2-3)
Bibel: Offenbarung 2–3

1. Zeugnisse

Stell dir vor, deine Lehrerin schriebe ein Zeugnis für die ganze Klasse — nicht für jeden einzeln, sondern für die Klasse als Ganzes. Was stünde drin? Worin seid ihr gemeinsam gut? Und was ist das Problem, von dem alle leise wissen?

Genau das sind die Kapitel 2 und 3. Sieben Zeugnisse für sieben echte Gemeinden in sieben echten Städten. Und Jesus schreibt sie selbst.

2. Die sieben Gemeinden, kurz

  • Ephesus — fleißig, arbeitsam, hervorragend darin, Unsinn zu erkennen. Aber irgendwann haben sie aufgehört zu lieben. Sonst ist alles in Ordnung.
  • Smyrna — klein, arm, in echten Schwierigkeiten, manche im Gefängnis. Jesus hat gar nichts zu kritisieren.
  • Pergamon — umgeben von echtem Bösen; einer von ihnen ist schon dafür getötet worden. Aber sie lassen zu, dass in der Gemeinde Falsches gelehrt wird.
  • Thyatira — eine Kleinstadtgemeinde, die im Glauben tatsächlich wächst und viel ausgehalten hat. Das Problem: Ihre eigenen Leiter gehen in die Irre.
  • Sardes — großartig, beeindruckend, alles scheinbar im Griff. Genau das ist das Problem: Sie haben Jesus aus ihrem Leben herausorganisiert.
  • Philadelphia — sie strengen sich an, sie haben Gegenwind, sie sind wirklich arm. Und sie bleiben treu. Auch hier hat Jesus nichts zu kritisieren.
  • Laodizea — reich, gesund, bequem und ziemlich sicher, besser zu sein als alle anderen.

3. Wer hat es richtig gemacht?

Lass die Kinder raten, bevor du es sagst.

Smyrna und Philadelphia. Die beiden kleinsten. Die beiden ärmsten. Die beiden mit den meisten Schwierigkeiten. Sie sind die einzigen zwei, an denen Jesus nichts auszusetzen hat.

Darüber lohnt es sich kurz nachzudenken, denn so bewerten wir sonst nicht.

4. Vier Arten, danebenzuliegen

Die anderen fünf zeigen vier verschiedene Arten, es zu verfehlen — und keine sieht von außen dramatisch aus:

  • Lieblos sein, während man sonst alles richtig macht (Ephesus)
  • Überheblich sein, weil es gerade gut läuft (Laodizea)
  • Leben, als bräuchte man Gott eigentlich nicht (Sardes)
  • Falsche Vorstellungen über Jesus verbreiten und andere hineinziehen (Pergamon, Thyatira)

Man kann also fleißig, korrekt, beliebt und gut organisiert sein und trotzdem auf dieser Liste stehen.

5. Was Jesus mit allen macht

Der Teil, den man leicht übersieht: Jesus schließt keine einzige dieser Gemeinden. Jeder Brief endet mit einer Zusage für „den, der überwindet" — und das heißt einfach: für den, der dranbleibt.

Er sagt ihnen die Wahrheit, und er lässt die Tür offen. Beides gehört zusammen.

6. Unser eigenes Zeugnis

Wenn Jesus an eure Gemeinde schriebe, an eure Gruppe, an eure Familie — was würde er wohl loben? Und was würde er freundlich, aber ehrlich ansprechen?

Es geht nicht darum, sich schlecht zu fühlen. Smyrna und Philadelphia waren nicht die Beeindruckenden. Sie waren die Treuen.

Merkvers: „Sei treu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben." (Offenbarung 2,10)

Schau selbst hin

Zwei stille Minuten. Niemand muss etwas laut sagen.

Jeder der sieben Briefe fängt damit an, dass Jesus sich ein Stück aus dem Bild von Kapitel 1 heraussucht — genau das, was diese Gemeinde brauchte. Zu den Verängstigten kommt er als der, der gestorben und zurückgekommen ist. Zu den Lauen als der mit den Augen wie Feuer.

Also: Wie würde er zu dir kommen?

Was hätte er an? Was hätte er in der Hand? Was würdest du zuerst bemerken — seine Augen, seine Stimme, seine Hände?

Und wenn er deinen Namen oben auf einen Brief schreiben würde: Was stünde wohl in der ersten Zeile?

Was dir dazu einfällt, halte neben den Jesus der Evangelien. Wenn es nicht nach ihm klingt, lass es los.

7. Gebet

Jesus, danke, dass du uns die Wahrheit sagst und nicht nur höflich bist. Danke, dass du uns nie aufgibst. Hilf uns, treu zu sein, auch wenn wir klein sind, und freundlich, auch wenn wir recht haben. Amen.

Anhang: Ideen für die Leitung

Einstieg: Schreibt die sieben Städtenamen auf Karten und verteilt sie. Wenn der jeweilige Brief gelesen wird, steht das Kind auf. Das hält ein langes Kapitel in Bewegung.

Bastelidee: Ein Gruppenzeugnis — „Was wir gut können" auf der einen Seite, „Woran wir wachsen könnten" auf der anderen. Füllt es gemeinsam aus, freundlich. Hebt es auf und schaut in ein paar Monaten wieder darauf.

Fragen:

  1. Warum haben ausgerechnet die beiden Gemeinden mit dem schwersten Leben keine Kritik bekommen?
  2. Kann jemand alles richtig machen und trotzdem etwas Wichtiges verpassen? Was?
  3. Welche der sieben klingt am ehesten nach uns?

Liedvorschläge: Ein Lied über Treue; ein Lied darüber, dass Jesus uns kennt.

Vorbereitungshinweis: Ephesus ist für Kinder das Schwerste — alles richtig, aber lieblos. Nimm dir die zusätzliche Minute, denn das ist die Falle, in die gerade gut erzogene, gut unterrichtete Kinder tappen.