Die kleine Schriftrolle

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Die kleine Schriftrolle

Offenbarung 10

Geschichte zum Vorlesen: Die Schriftrolle, die nach Honig schmeckt - und nach Ärger (Kapitel 10)
Bibel: Offenbarung 10

1. Bücher essen

Frag: Hat schon mal jemand gehört, man solle ein Buch „verschlingen" oder „seinen Stolz herunterschlucken"? Was heißt das? Wir benutzen Essen als Bild dafür, etwas ganz aufzunehmen.

Merk dir das, denn in Kapitel 10 soll jemand ein Buch essen. Buchstäblich.

2. Wo wir stehen

Kurze Zusammenfassung, denn hier ist ein Angelpunkt.

Das erste Geheimnis — das Geheimnis der Gemeinde — ist zu Ende. Wir haben gesehen, wie Jesus am Kreuz gewonnen hat, wie die Gemeinde als überraschendes Heer auftaucht und wie das Gebet den Menschen ihre falschen Sicherheiten wegnimmt. Und am Ende haben sie sich fester denn je daran geklammert.

Also beginnt ein zweites Geheimnis: das Geheimnis Gottes.

3. Ein riesiger Engel und eine kleine Rolle

Ein gewaltiger Engel kommt herab, einen Fuß auf dem Meer, einen auf dem Land, und er hält eine Schriftrolle. Diesmal eine kleine.

Jesus war der Würdige für die große Rolle. Diese kleinere ist für Johannes — und für uns.

Und Johannes soll sie nehmen und essen.

4. Süß, dann bitter

Er tut es, und es passiert genau, wie angekündigt: süß wie Honig im Mund, und danach sauer im Magen.

Darüber lohnt es sich, mit dieser Altersgruppe ehrlich zu reden. Gottes Botschaft ist süß — sie ist die beste Nachricht überhaupt. Und sie zu tragen ist manchmal schwer. Beides stimmt, und die Offenbarung tut nicht so, als wäre es anders.

5. Es zu einem Teil von sich machen

Essen heißt, etwas so aufzunehmen, dass es ein Teil von einem wird. Nicht auswendig lernen. Nicht ins Regal stellen. Nicht Fragen dazu beantworten können.

Man kann ein Buch jahrelang in der Tasche tragen und unverändert bleiben. Man kann nichts essen und dabei derselbe bleiben.

6. Zwei Dinge zum Festhalten

Erstens: Das geht gut aus. Am Ende des Geheimnisses Gottes ist Satans Reich vollständig zerstört. Uns wird das Ergebnis vor der Geschichte verraten, und das ist freundlich.

Zweitens: Gott hat die ganze Zeit alles in der Hand. Was jetzt kommt, wird wild, und ohne zu wissen, wer es hält, könnten wir es nicht aushalten.

Merkvers: „Ich nahm das Büchlein und aß es, und es war süß wie Honig." (Offenbarung 10,10)

Schau selbst hin

Zwei stille Minuten. Niemand muss etwas laut sagen.

Der Engel hält dir die kleine Schriftrolle hin und sagt: Iss sie.

Nimm sie. Wie fühlt sie sich in deinen Händen an — schwer, leicht, warm?

Steck sie in den Mund. Sie ist süß wie Honig. Bleib einen Moment beim Süßen: Was ist die gute Nachricht darin?

Dann kippt es. Wo in dir merkst du das? Was ist das Schwere daran, jetzt zu wissen, was du weißt?

7. Gebet

Gott, danke, dass deine Worte süß sind. Hilf uns, sie nicht nur zu kennen, sondern aufzunehmen, bis sie verändern, wie wir leben. Und wenn es schwer wird, sie zu tragen, lass uns daran denken, wie es ausgeht. Amen.

Anhang: Ideen für die Leitung

Einstieg: Honig auf einem Löffel und danach etwas Saures — Zitrone oder ein saures Bonbon, wenn keine Allergien dagegensprechen. Nichts erklärt Offenbarung 10,10 schneller.

Bastelidee: Kleine Papierrollen. Jedes Kind schreibt einen Vers oder eine Zusage darauf, rollt sie zusammen und nimmt sie in der Hosentasche mit, nicht im Rucksack — der Punkt ist, sie nah bei sich zu haben.

Fragen:

  1. Was ist der Unterschied zwischen etwas wissen und etwas aufnehmen?
  2. Kann eine gute Nachricht schwer zu tragen sein? Wann?
  3. Warum verrät uns Gott wohl das Ende, bevor er uns die Mitte erzählt?

Liedvorschläge: Ein Lied über Gottes Wort; etwas darüber, dem Ende zu vertrauen.

Vorbereitungshinweis: Kurzes Kapitel, kurze Einheit. Wenn Zeit übrig ist, nutze sie für die Honig-und-Zitrone-Aktion statt für zusätzlichen Stoff — die körperliche Erinnerung ist der Punkt.