Die zwei Zeugen
Die zwei Zeugen
Offenbarung 11
Geschichte zum Vorlesen: Die zwei Zeugen, die nicht am Boden blieben (Kapitel 11)
Bibel: Offenbarung 11
1. Was ist ein Zeuge?
Frag die Gruppe. Die meisten sagen: jemand, der etwas gesehen hat.
Geh einen Schritt weiter. Ein Zeuge ist jemand, der etwas gesehen hat und deswegen anders lebt.
- Du siehst an einer Ecke einen Fahrradunfall, und danach fährst du dort langsamer. Du bist Zeuge.
- Du siehst, wie jemand von unglücklich zu strahlend wechselt, weil ein Einziger ihm ein Kompliment gemacht hat — und jetzt machst du Komplimente. Zeuge.
Man kann es nicht wieder ungesehen machen. Das macht einen Zeugen aus.
2. Zwei Zeugen treten auf
In Kapitel 11 treten zwei Zeugen auf, und sie sind ein Bild für die Gemeinde — für uns.
Und endlich, denken wir, kommt der kraftvolle Teil. Und er ist kraftvoll: Sie tun gewaltige Wunder, und niemand kann ihnen etwas anhaben.
Aber die Menschen haben eher Angst vor ihnen als Freude. Und als die beiden Zeugen schließlich getötet werden, ist die ganze Welt erleichtert. Man schickt sich gegenseitig Geschenke deswegen.
Das ist hart zu lesen, und Kinder merken das.
3. Die Wende
Dann ändert sich alles.
In ihrem schwächsten Moment — tot, verspottet, während alle feiern — stellt Gott sie wieder auf die Füße. Und plötzlich wollen unglaublich viele Menschen Gott kennenlernen.
Warum jetzt? Warum nicht während der Wunder?
4. Warum die Schwäche überzeugte
Hier lohnt sich Zeit.
Viele Menschen verbringen ihr ganzes Leben damit, bloß nie schwach oder hilflos auszusehen, weil sie glauben: Wenn das je passiert, ist alles vorbei. Alles verloren.
Dann sehen sie jemanden genau das durchmachen — hilflos, gedemütigt, am Ende — und trotzdem weiter hoffen. Und Gott ist tatsächlich unten am Boden da.
Und sie denken: Dann ist es für mich vielleicht auch nicht vorbei.
Die Wunder haben beeindruckt. Die Schwäche hat Hoffnung gemacht. Das Zweite hat sie verändert.
5. Was macht das aus uns?
Stell der Gruppe die Frage sanft und direkt:
Möchtest du so jemand sein, der anderen Hoffnung macht — auch wenn manche dich vorher eine Weile auslachen?
Denn das ist die Stellenbeschreibung. Nicht beeindruckend sein. Sondern der Mensch sein, der weiterhofft, wo alle es sehen können.
6. Und dann die Posaune
Kapitel 11 endet mit der siebten Posaune und einem Ruf: „Das Reich der Welt ist unseres Herrn und seines Christus geworden."
Nicht wird werden. Ist geworden. Die Zeugen sahen aus wie Verlierer, und die Ansage lautet: Die Übernahme hat längst stattgefunden.
Merkvers: „Das Reich der Welt ist unseres Herrn geworden." (Offenbarung 11,15)
Schau selbst hin
Zwei stille Minuten. Niemand muss etwas laut sagen.
Du stehst auf der Straße. Die zwei Zeugen liegen seit drei Tagen da, und die Leute haben sich gegenseitig Geschenke geschickt.
Dann stehen sie auf.
Schau in die Gesichter um dich herum. Was passiert mit ihnen?
Und jetzt tausch die Plätze. Du bist einer der beiden. Was wäre schwerer gewesen — das Reden oder das Stillliegen und Warten?
7. Gebet
Jesus, danke, dass du am stärksten warst, als du am schwächsten aussahst. Hilf uns weiterzuhoffen, wo man es sieht, auch wenn es peinlich ist. Und danke, dass das Reich schon dir gehört. Amen.
Anhang: Ideen für die Leitung
Einstieg: Frag nach echten Beispielen: Was haben die Kinder gesehen, das ihr Verhalten verändert hat? Nimm zwei, drei. Das definiert „Zeuge" besser, als du es könntest.
Bastelidee: Zwei Papierfiguren Rücken an Rücken, dazwischen eine Lampe. Auf die Rückseite schreibt jedes Kind eine Person, die diese Woche sehen könnte, wie es weiterhofft.
Fragen:
- Warum waren die Menschen erleichtert, als die Zeugen starben?
- Warum überzeugte wohl die Schwäche, wo die Wunder es nicht taten?
- Wer schaut zu, wie du damit umgehst, wenn etwas schiefgeht?
Liedvorschläge: Ein Lied darüber, dass Jesus regiert; etwas über Mut.
Vorbereitungshinweis: Der Spott in 11,9-10 trifft Kinder, die gemobbt werden, hart. Sorge dafür, dass Abschnitt 3 schnell folgt — zwischen Spott und Aufstehen sollte wenig Zeit liegen.