Die Hure und die Braut

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Die Hure und die Braut

Offenbarung 17–19

Geschichte zum Vorlesen: Die Frau, die nicht die Braut war (Kapitel 17-19)
Bibel: Offenbarung 17–19

1. Zwei Einladungen

Beschreib zwei Feste. Auf dem ersten sind alle schön, alles glitzert, und du bist nur willkommen, solange du nützlich bist. Auf dem zweiten will man dich, weil du du bist, und der Gastgeber hat sich seit Jahren darauf gefreut.

Welches ist welches? Diese Kapitel stellen beide absichtlich nebeneinander.

2. Wer ist die Hure?

Das Wort klingt fremd, und Kinder dieses Alters vertragen die schlichte Erklärung: In der Bibel meint es jemanden, der außen schön aussieht und darunter grausam ist und Liebe wie ein Geschäft behandelt.

Sie ist in Purpur und Gold gekleidet und hält einen goldenen Becher — und der Becher ist voller Dreck. Sie sitzt auf dem Tier, das wir aus Kapitel 13 kennen. Sie sagt den Königen der Welt, was sie tun sollen, und sie genießt das Leid der Menschen.

Sie ist keine Person. Sie ist jedes System, das prächtig aussieht und vom Schmerz anderer lebt.

3. Wie sie fällt

Das ist die seltsamste und auffälligste Wendung des Buches.

Gott schickt kein Heer. Das Tier und die Könige, auf denen sie geritten ist, wenden sich gegen sie und zerstören sie selbst.

Das Böse frisst sich selbst auf. Gottes Plan für ihre Zerstörung besteht größtenteils darin, sie sein zu lassen, was sie ist.

4. Die weinenden Könige

Dann stehen alle Könige und Kaufleute in der Ferne und weinen — und wenn man hinhört, was sie sagen, geht es ausschließlich um ihre verlorenen Geschäfte. Niemand ist traurig um sie. Sie sind traurig um das, was sie nicht mehr bekommen.

So viel war sie ihnen immer wert. Sie hat es nur nie gemerkt.

5. Und dann die Hochzeit

Währenddessen feiern alle, die zu Gott gehören — denn jetzt, wo sie weg ist, kann das Echte stattfinden. Die Hochzeit des Lammes. Die Braut hat sich bereit gemacht, und sie trägt feines Leinen, was der Text selbst erklärt: Es sind die guten Taten, die Gottes Leute wirklich getan haben.

Zwei Frauen, zwei Becher, zwei Ausgänge. Das ganze Buch läuft auf diesen Vergleich zu.

6. Der Reiter

Dann öffnet sich der Himmel, und Jesus reitet auf einem weißen Pferd hinaus, um mit dem Tier und den Königen fertig zu werden.

Zwei Details lohnen sich. Sein Gewand ist in Blut getaucht, bevor der Kampf beginnt — es ist sein eigenes. Und er besiegt sie ganz allein, mit dem Schwert, das aus seinem Mund kommt. Er spricht, und es ist vorbei.

Merkvers: „Glücklich, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen ist." (Offenbarung 19,9)

Schau selbst hin

Zwei stille Minuten. Niemand muss etwas laut sagen.

Zwei Frauen, zwei Einladungen. Stell dir beide vor.

Was hat die erste an? Wie klingt ihre Straße, und wonach riecht sie? Warum würde da überhaupt jemand hingehen?

Und jetzt die andere. Sie trägt reines Leinen, und das Buch sagt: Dieses Leinen ist das Gute, das Gottes Leute tatsächlich getan haben. Schau dir das Kleid also genau an. Ist etwas von dieser Woche mit hineingewebt?

Und die letzte Frage: Welche Einladung hältst du in der Hand?

7. Gebet

Jesus, danke, dass du uns um unser selbst willen willst und nicht wegen dem, was wir bringen. Hilf uns zu durchschauen, was schön aussieht und darunter grausam ist. Und danke, dass du ein Fest vorbereitest. Amen.

Anhang: Ideen für die Leitung

Einstieg: Die zwei Feste. Frag, auf welches sie lieber eingeladen wären, und warum.

Bastelidee: Zwei Becher nebeneinander gemalt — einer außen golden, einer schlicht. Die Kinder schreiben hinein, was wirklich darin ist.

Fragen:

  1. Wie kann etwas schön aussehen und grausam sein?
  2. Warum weinten die Könige wohl nur um ihre Geschäfte?
  3. Was ist der Unterschied, ob man wegen seiner Leistung gewollt wird oder weil man man selbst ist?

Liedvorschläge: Ein Festlied; etwas darüber, dass Jesus kommt.

Vorbereitungshinweis: Wenn gefragt wird, was eine Hure ist, genügt die Definition aus Abschnitt 2 und sie stimmt. Weiter muss man mit dieser Altersgruppe nicht gehen; dem Kapitel geht es ohnehin um gekaufte und verkaufte Treue.