Anbetung (Kap. 4-5)
Kapitel 4 und 5.
Die Antwort auf jedes Problem aus Kapitel 2-3
Bevor irgendetwas anderes geschieht, darf Johannes einen Blick in den himmlischen Thronsaal werfen - und das ist die Antwort auf alles, womit die sieben Gemeinden gerungen haben. Gott gerät nicht in Panik. Jeder und alles in diesem Raum findet seinen wahren Platz im Verhältnis zu ihm, und alle geben ihm die Ehre und legen jeden Anspruch auf eigenen Status ab, an dem sie sonst festhalten könnten.
Diese Art von Anbetung ist das eigentliche Heilmittel für das, woran Ephesus, Sardes und Laodizea krankten: Gott richtig zu kennen schützt vor falscher Lehre und vor einem verzerrten Blick auf uns selbst, und die volle Hingabe an ihn macht es einer Gemeinde möglich, auf seine Versorgung zu vertrauen und echte Risiken für ihn einzugehen - so wie Smyrna und Philadelphia es bereits taten.
Woher die Plagen kommen
Auffälligerweise haben alle Plagen im Rest des Buches - Siegel, Posaunen, Schalen - ihren Ursprung in genau diesem Thronsaal voller Anbetung. Das lässt sich mit der kommenden Verwüstung nur schwer zusammenbringen, aber es lohnt sich, daran festzuhalten, während sich die Plagen entfalten: Alles, was folgt, kommt von demselben Thron, der von Barmherzigkeit umgeben ist - nicht aus einer anderen, härteren Quelle.
Die Schriftrolle, die nur einer öffnen kann
Die siebenfach versiegelte Schriftrolle (Offenbarung 5,1-5) war für die ersten Leser des Johannes ein vertrauter Rechtsgegenstand: ein von Zeugen versiegeltes Dokument, dessen Inhalt außen zusammengefasst war und das rechtskräftig wird - wie ein Testament oder ein Erlass -, sobald es geöffnet wird. Die Frage, wer “würdig” ist, sie zu öffnen, meint nicht, wer sie lesen darf, sondern wer bevollmächtigt ist, sie zu vollstrecken - es scheint um nichts Geringeres zu gehen als Gottes eigenen Plan für die Geschichte.
Niemand wird für würdig befunden - bis Johannes gesagt wird, der Löwe von Juda habe gesiegt. Doch als er sich umdreht, sieht er gar keinen Löwen: ein Lamm, wie geschlachtet. Johannes hört das eine und sieht etwas anderes, das es völlig neu deutet - der siegreiche Messias, den alle erwartet haben, siegt in Wahrheit durch Opfer. Dasselbe Hören/Sehen-Muster wiederholt sich später bei den 144.000 (Kapitel 7): angekündigt als Heer, offenbart als anbetende Menge.

Schlüsselbilder
- Die vierundzwanzig Ältesten - das ganze erlöste Volk, im Himmel dargestellt — zwölf Stämme und zwölf Apostel, beide Testamente zusammen; die Zahl erinnert an die vierundzwanzig Priesterordnungen, die David eingesetzt hat.
- Die vier lebendigen Wesen - die ganze Schöpfung vor dem Thron, die wacht und die Anbetung anführt.
- Die sieben Geister - die Fülle des Geistes Gottes, ausgesandt in die ganze Welt.
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