Warum ist die Offenbarung so gewaltvoll? Ist Gott wirklich so zornig?

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Die Siegel, Posaunen und Schalen sind wirklich schwer zu lesen - Krieg, Seuche, Finsternis, Katastrophe über Katastrophe. Es ist eine berechtigte Frage, ob das zu einem Gott passt, der an anderer Stelle als Liebe beschrieben wird.

Ein paar Dinge im Text selbst sind bemerkenswert. Erstens ist der Zorn durchgängig der Zorn des Lammes (Offenbarung 6,16) - gebunden an den, der für andere geschlachtet wurde, nicht an ein Wesen, das an Zerstörung um ihrer selbst willen Gefallen hätte. Zweitens richtet er sich gegen echtes Unrecht: Die Märtyrer unter dem Altar rufen “Wie lange noch?”, ehe irgendein Gericht fällt - was nahelegt, dass diese Szenen auf wirkliches Leid antworten, statt es willkürlich zu erzeugen. Drittens lassen die Plagen den Menschen durchgängig die Möglichkeit zur Umkehr - und auffälligerweise berichten spätere Kapitel als Reaktion darauf von weitreichender Umkehr, nicht nur von Strafe. Nichts davon nimmt diesen Kapiteln ihre Härte. Aber das Muster im Text ist eher eine sich langsam aufbauende, unbeirrbare Gerechtigkeit zugunsten wirklicher Opfer als ein zorniger Ausbruch.

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