Wer ist Babylon, die Hure? Rom, eine Kirche, ein Land?
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Über die Jahrhunderte hat diese Frage viele verschiedene Antworten erhalten - die römisch-katholische Kirche, eine bestimmte moderne Nation, eine zukünftige Weltregierung. Es ist eine Frage, die man ernst nehmen sollte, denn der Text will offensichtlich etwas Wirkliches benennen.
In seinem eigenen Kontext gelesen weisen die Hinweise (sieben Hügel, das Reich, das zu Johannes’ Zeit “über die Könige der Erde herrscht”) zuerst und am direktesten auf Rom selbst - herausgeputzt wie eine glanzvolle, reiche Braut, aber entlarvt als gewaltsamer Ausbeuter der Völker. Doch die Offenbarung behandelt “Babylon” auch als wiederkehrendes Muster statt als eine einzige feste Adresse: Der Name selbst lässt Babel, Tyrus, Ninive anklingen - jedes System, in jeder Epoche, das Treue gegen Reichtum eintauscht und seine Gewalt “Frieden” nennt. Deshalb ist die bessere Frage, auf die dieser Text immer wieder drängt, nicht nur “Wer ist Babylon da draußen?”, sondern “Wo hat sich Babylons Muster leise in mein eigenes Leben oder meine Gemeinschaft eingeschlichen?”